AFF Assoziation Freier Gessellschaftsfunk Ba-Wü e.V.

Workshops Donnerstag 5. Mai


Was ist und wie mache ich Freies Radio
Einführungsworkshop

Mit Heike Demmel
Radio Z, Nürnberg
Workshoplänge: ganzer Tag

Wer zum Radiocamp kommt hat Interesse an Freien Radios, stand aber vielleicht noch nie oder nur selten hinterm Mischpult. Das kann und soll sich ändern!
Hier bekommt ihr praktische Grundkenntnisse fürs Radiomachen:
ein erster Umgang mit dem Mischpult und ins Mikro sprechen, Tipps zur Sendungsgestaltung,
und ihr erfahrt auch etwas über das Selbstverständnis freier Radios.
Anschließend seid ihr zwar noch keine perfekten RadiojournalistInnen
- aber der Anfang ist gemacht.


'Frauenfunk' - Eine historische Betrachtung. Von der Weimarer Republik bis heute.
Mit Kyra Morawietz
radiokampagne Berlin
Workshoplänge: halber Tag

In diesem Workshop geht es um die Entwicklung von Sendungen von "Frauen" und ihren Positionen innerhalb der Sender seit der Weimarer Republik.
Am Anfang soll das Thema historisch betrachtet werden.
Im zweiten Teil soll sich der Frage genähert werden, wie es mit "Frauen" und Radio im Kontext anderer Länder, "Kultur"kreise, Gesellschaftlichen Anordnungen aktuell aussieht, um dann im letzten Teil den aktuellen Stand des "Frauenfunk" hierzulande zu betrachten. Vor allem auch die Situation der Freien Radios.
Vor allem in dem Punkt sind dann auch die Teilnehmer_innen selbst gefragt.


Grundlage der Radionachrichten
Mit Bastian Sorge, Karlsruhe
Workshoplänge: ganzer Tag

In diesem Workshop erfahren Interessierte, wie man Radionachrichten macht:

- Woher bekomme ich meine Infos und wie kann und darf ich sie verwerten?
- Wie wähle und reihe ich die Nachrichten so, dass sie den Zuhörenden etwas bringen?
- Wie formuliere und präsentiere ich meine Nachrichten so, dass der Hörer/die Hörerin sie versteht?

Angefangen bei den Grundlagen zeigt Bastian Sorge Schwierigkeiten, Fallstricke und häufige Fehler auf.
Er gibt einen Einblick in die aktuelle fachliche Debatte unter dem Hashtag #newsneu - denn in vielen Häusern wird momentan über neue Arten von Radionachrichten nachgedacht.
Auch im Workshop werden wir darüber nachdenken, mit welchen Mitteln man Nachrichten neuer, schöner, moderner machen kann und inwiefern die Freien Radios auf diesem Gebiet Vorreiter sein können.


Texte sprechen - vom geschriebenen zum gesprochenen Wort
Mit Jeldrik Geraets
Marburg
Workshoplänge: ganzer Tag

Ein Gedanke auf Papier wird erst in unseren Köpfen wieder lebendig. Ob es Daten und Zahlen sind, die wir in unserem Kopf sortieren und in einen Zusammenhang stellen, oder Erzählungen, die wieder zu einem Erlebnis werden. Wenn wir Radio machen, kommen auch wir oft in die Situation Niedergeschriebenes wieder in lebendige Worte zu übersetzen. Wo setze ich beim Vorlesen Pausen? Was ändern Sprechgeschwindigkeit und -lautstärke? Und überhaupt: wie betone ich das eigentlich sinnvoll? Mit diesen Fragen wollen wir uns in diesem Workshop befassen.
Was ihr mitbringen solltet ist ein bisschen Mikrofonerfahrung - ob in der Moderation oder beim Einsprechen von Beiträgen - und Lust vor und in der Gruppe zu üben.


Abendveranstaltung
Infoveranstaltung zur AfD
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Mit Andreas Kemper

Die Alternative für Deutschland entstand als eurokritische Partei in der
Wirtschaftskrise. 2015 führten Konflikte zwischen dem
transatlantisch-neoliberalen Minderheiten- und dem nationalkonservativen
Mehrheitsflügel zu einer weiteren Radikalisierung. Die Flüchtlingsdebatte
trug mit dazu bei, dass die AfD weiter gestärkt. Sie kooperiert in Europa
mit den ebenfalls erstarkten rechten Parteien. Intern lassen sich
neoliberale, antisäkulare und völkisch-nationalistische Strömungen
unterscheiden. Ihnen gemein ist die Forderung nach mehr Ungleichheit:
zwischen Arm und Reich, zwischen den Geschlechtern und zwischen Deutschen
und Nicht-Deutschen. Die AfD zeigt sich mithin als Partei der Ungleichheit,
die mit geschürter Hasssprache für Privilegien kämpft. Der Soziologe
Andreas Kemper analysiert die AfD seit ihrer Entstehungsphase und wird in
einem einstündigen Vortrag die verschiedenen Strömungen vorstellen. Im
Anschluss besteht die Möglichkeit, auf bestimmte Aspekte genauer einzugehen
und die vorgetragenen Thesen zu diskutieren.


Der Workshop ist gefördert durch die:




Workshops Freitag 6. Mai


'Radio ist Kino im Kopf – die Audio-slideschow'
Mit Sandra Müler
Tübingen
Workshoplänge: ganzer Tag

Die Audio-Slideshow holt das große Kino auf die Websites der Radiosender und Onlineredaktionen.
Sie macht Radiobeiträge im Internet sichtbar und erleichtert das ablenkungsfreie Zuhören.
Wie aus einem Radiobeitrag eine perfekte Slideshow werden kann, soll dieser Workshop zeigen:
Wie wähle ich das perfekte Bild zum Ton?
Welche Herausforderungen stellt die Audio-Slideshow an einen Radioreporter?
In kleinen praktischen Übungen basteln die Teilnehmenden ihre erste eigene Slideshow. Beispiele zum Lustmachen und Laune kriegen:
www.radio-machen.de/2012/04/02/was-guckst-du-radio/
und
www.radio-machen.de/2014/07/30/so-wirken-audio-slide-shows/


Bandinterview geschickt führen
Mit Katja Röckel
Radio Blau, Leipzig
Workshoplänge: ganzer Tag

Bandinterviews sind ein beliebtes Genre, nicht nur im freien Radio. Dabei ist über Musik reden gar nicht sooo einfach, schon gar nicht, wenn man nicht immer wieder die gleichen Fragen stellen möchte, die Bands sowieso schon x-mal beantwortet haben. Wie schafft man es, sich der Musik der zu Interviewenden anzunähern? Welche Fragen sind ein no-go? Gemeinsam hören wir uns Interviews an und suchen nach guten Fragen und Methoden für Gespräche mit Musikerinnen und Musikern.


Hörspiel und Sounddesign
Mit Miri Watson
Wüste Welle Tübingen
Workshoplänge: ganzer Tag

Geschichten erfinden und vertonen oder Nachrichten mittels Hörspiel-Techniken kreativ aufbereiten: Hörspiele sind Earcatcher und machen nicht nur den Hörer_innen Spaß.


Hier spricht der Apparat
Theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Brechts Lindbergflug

Mit Ole Frahm und Torsten Michaelsen
Ligna, Medien- und Performancekünstler
Workshoplänge: ganzer Tag

Bertolt Brechts „Lindberghflug“ aus dem Jahr 1929 ist ein radikales Radiokunstwerk: Bei der Ausstrahlung des Stückes, das von der ersten (geglückten) Überquerung des Atlantiks in einem Flugzeug handelt, sollte auf die Hauptrolle, die Rolle des Piloten, verzichtet werden. Sie sollte von den Hörerinnen und Hörern am Radio ergänzt werden. Das Medienexperiment konnte bis heute in dieser Form nicht verwirklicht werden.
Wir wollen uns zunächst mit dem Stück selber, mit Brechts „Erläuterungen zum Lindberghflug“ und seinen Reflexionen über das seinerzeit noch neue Medium Radio auseinandersetzen. Wir werden den Fragen nachgehen, was für ein künstlerisches Statement es darstellt, ein unvollständiges Stück auszustrahlen und welche politische Bedeutung das Spiel mit dem Apparat, das Brecht damit anzuregen hoffte, haben kann.
Im zweiten Teil des Workshops werden wir selber praktisch das Spiel mit dem Apparat – mit Sender und Empfängern – erproben und experimentelle Situationen entwickeln, die den herkömmlichen Gebrauch des Mediums auf den Prüfstand stellen.


Abend-Veranstaltung
Debatte zum Thema 'Geflüchtete und Freie Radios'

Mit Bino Byansi Byakuleka und Tim Schleinitz
Radio „We Are Born Free – Empowerment Radio“ und Radio „Studio Ansage“ (Berlin)

Immer nur drüber reden, dass Geflüchteten geholfen werden muss geht nicht. Freie Radios können auch etwas tun, z.B. mit Geflüchteten gemeinsam Radio machen, den Radioalltag gestalten, das Thema gut in das Radioprogramm einbinden. Doch wie sieht es in den einzelnen Freien Radios bisher dazu aus?Wir wollen gemeinsam über den Stand der Dinge in unseren eigenen Radios sprechen, schauen was geht und was gehen sollte, was machbar und was wünschenswert ist und ob eine bundesweite Vernetzung zu diesem Thema notwendig ist. Und wenn ja, soll sie hier starten - unsere Referenten haben dazu ein kleines Impulsreferat vorbereitet, im Anschluss seid ihr gefragt.
Die Abendveranstaltung beschäftigt sich mit der Frage, wie Geflüchtete in die Arbeit freier Radios eingebunden werden können, beziehungsweise wie ihnen die eigene Arbeit in diesem Medium ermöglicht werden kann. In einem etwa halbstündigen Input besprechen wir das Verhältnis von Geflüchteten und UnterstützerInnen, greifen dabei Fragen der Critical Whiteness und der Intersektionalität auf und berichten von unserem gemeinsamen Projekt „We! Radio“. Dabei möchten wir auch für den unterschiedlichen sozialen Status von Geflüchteten und UnterstützerInnen sowie die Verschiedenheit der eigenen Erfahrungen sensibilisieren. Anhand des Vergleichs unseres „Grassroots“Ansatzes mit dem aktuellen Konzept der Landesmedienanstalt Berlin- Brandenburg (MABB) lässt sich zudem veranschaulichen, wie deutlich sich staatlich konzipierte von freier Medienarbeit unterscheiden kann. Am Ende des Abends wollen wir uns möglichen Antworten auf die Frage angenähert haben, wie Radioarbeit mit und von Geflüchteten in und mit den Freien Radios zukünftig aussehen kann.



Workshops Samstag 7. Mai


Produktion von elektronischer Musik mit Audacity für Anfänger_innen
Mit Antje Meichsner
coloRadio Dresden
Workshoplänge: ganzer Tag

Elektronische Musik? Mit Audacity!? Geht das denn? Na klar!
Audacity ist auf jeden Fall viel leistungsfähiger, als die einfach gestaltete grafische Oberfläche vermuten lässt, es ist kostenlos und plattformübergreifend und damit zugänglich für alle. Die Grundlagen für die Musikproduktion sind bei Audacity vorhanden, und die könnt ihr in diesem Workshop lernen.
Ihr bekommt eine Einführung in die Bedeutung des Samplens und Loopens als wichtige Kulturtechniken unserer Zeit. Ihr werdet selbst samplen, d.h. Geräusche aufnehmen, bearbeiten und euch damit einen Baukasten an "Instrumenten" anlegen. Es werden euch auch schicke Samples bereitgestellt. Die Samples könnt ihr dann loopen, also ihr ordnet sie rhythmisch an. Dabei lernt ihr auch etwas über den Einsatz von Effekten. Ihr mixt die einzelnen Elemente zu einer Komposition zusammen und baut so nach und nach euren ersten selbstgemachten Track.

Zielgruppe: Anfänger_innen, die aber schon Audioschnitt können. Ihr müsst kein Instrument spielen und auch nicht "musikalisch" sein. Euer Alter spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ihr Interesse daran habt, selbst Musik zu machen. Besonders dazu eingeladen sind Mädchen und Frauen.


Konfrontative Recherche in Freien Radios
Mit Benedikt Strunz und Philipp Eckstein
Hamburg
Workshoplänge: ganzer Tag

Freie Radios haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber etablierten Medien:
Wo kommerzielle Sender auf schnellen Output setzen müssen, können Freie Radios langwierig und hintergründig recherchieren und dabei auch "schmutzige Themen" aufdecken.
Dabei ist es egal, ob es um das Aufdecken von rechtsextremen Strukturen in Burschenschaften, das Bekanntmachen von politischen Skandal-Entscheidungen in Rathäusern und Landesparlamenten oder um das Aufklären von Geheimdienst-Tätigkeiten (oder auch völlig andere, recherche-intensive Themen) geht.
Ziel des Workshops ist es, in die Praxis der Investigation einzuführen. Anhand eines praxisnahen Beispiels soll gezeigt werden, wie längerfristige Recherchen aufgebaut werden können, welche Rolle das Internet in investigativen Recherchen spielt und wie systematische Quellen-Arbeit aussehen kann.
Wenn ihr selbst Beispiele oder Fragen habt, bringt sie gerne mit.

Solltet ihr schon bei der Anmdeldung wissen, dass ihr bei diesem Workshop teilnehmen wollt, vermerkt dies doch in der Anmeldung. Dann können wir Recherche-Beispiele auf die jeweiligen Sender zuschneiden.


Evaluationstool für Freie Radios
Mit Katrin Nicke
Berlin
Workshoplänge: Halber Tag

In diesem halbtägigen Workshop befassen wir uns mit der Frage, unter welchen Rahmenbedingungen Freie Radios für Radiomacher*innen und Hörer*innen relevant sind. Für Freie Radios gibt es bestimmte Prinzipien: Aktive Teilhabe und „Besitz“ des Radios durch die Radiomacher*innen, geringe Zugangshürden und Inklusion marginalisierter Gruppen, Geschlechtergerechtigkeit sowie eine programmliche Ausrichtung auf lokale Kulturen und Identitäten. Freie Radios stellen Transparenz und Offenheit in den Vordergrund ihrer Praxis. Mit dem Evaluations-Toolkit für Freie Radios versuchen wir nun zu ergründen, wie sich „messen“ und debattieren lässt, ob unsere Community-Radios ihren Prinzipien eigentlich gerecht werden. Das Toolkit wurde von indischen Forscher*innen am UNESCO Lehrstuhl für Community Media an der Universität von Hyderabad und Radioaktivist*innen entwickelt und den Community-Radios zur Verfügung gestellt, damit diese ihre eigenen Strukturen entwickeln oder überprüfen können. Genau wie es ein Abklopfen der eigenen Verfasstheit der Community Radios ermöglicht, kann es auch als Leitfaden für die (Weiter-)Entwicklung unserer Medienprojekte dienen.


Quatsch im Radio - ein Workshop für Kinder
Mit Katja Röckel
Radio Blau, Leipzig
Workshoplänge: ganzer Tag

Es blubbert und wiehert, es knackt und summt! Geräusche gibt es überall.
In diesem Workshop probiert Ihr aus, wie man am besten Geräusche aufnimmt!
Im Anschluß basteln wir aus euren selbst aufgenommenen Geräuschen eine kleine Hörgeschichte.


Workshops 2016


Hier findet ihr die genaueren Beschreibungen der Workshops, die im Rahmen des Radiocamps 2016 angeboten werden. In den kommenden Tagen werden sich noch Änderungen in der Tagesaufteilung der Workshops ergeben.


Donnerstag 5. Mai


Freitag 6. Mai


Samstag 7. Mai





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