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Workshops Donnerstag 17. Mai
On air -
Einführungskurs
Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe
Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließend seit ihr natürlich noch keine perfekten
RadiojournalistInnen, aber ihr werdet die Grundkenntnisse
haben, um eine Sendung zu gestalten und auch etwas über das
Selbstverständnis der Freien Radios wissen.
Gute Stimme, gute Beiträge: Stimmbildung für Journalist_innen
Mit Julia Kokke
Eine Stimme kann Sympathie und Selbstvertrauen oder eben auch das Gegenteil vermitteln. Unerfahrene Studiosprecher_innen
sind oft überrascht, dass ihre Aufnahmen in Bezug auf Stimmklang, Artikulation und Ausdruck nicht natürlich klingen.
Das liegt einerseits an der ,virtuellen' Studiosituation, in der eine Sprecher_in allein in einer Tonkabine steht und
doch ein Gespräch mit den Zuhörern simulieren muss. Andererseits treten stimmliche Eigenheiten, wie Dialekte, Kurzatmigkeit
oder Heiserkeit vielmehr in den Vordergrund, da die Kommunikation allein auf die Stimme reduziert ist.
In diesem praxisorientierten Training erarbeiten sich die Teilnehmer_innen unter Anleitung selbst Lösungsstrategien,
mit dieser speziellen Studio-Situation umzugehen. Übungen zu Atembewegung, Artikulation, Resonanz und Körperhaltung
versetzen sie in die Lage, mit minimalem Kraftaufwand eine präsentere, tragfähige und voll klingende Stimme zu entwickeln.
Kommentieren in Richtig
Mit Wera Morawietz
Es liegt uns immer wieder auf der Zunge, ein Herzens-Thema im Radio zu kommentieren. Doch einfach nur so
'daherlabern', wie es uns in den Sinn kommt, bringt nicht unbedingt die Hoerenden dazu, ueber das gewaehlte
Thema nachzudenken. Das Ziel eines Kommentares sollte sein, eine Thema in recht kurzer Zeit mit unterlegten
Fakten so zu analysieren und zu praesentieren, dass Hoerende dem folgen koennen und als 'richtig' ansehen - nach
diesem Workshoptag wird dies gelingen.
Egal geht nicht!
Ein Projekttag zum couragierten Handeln gegen menschenverachtende Einstellungen und Neonazis
Mit Martin Guss Querfunk Karlsruhe
Es gibt viele Merkmale, wie z.B. Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexuelle Orientierung, auf Grund derer
Menschen beurteilt oder abgewertet werden. Im Projekttag schauen wir uns an, welche Folgen dies für Betroffene
haben kann. Wenn sich Bewertungen und Urteile im Denken in Bezug auf bestimmte Menschen verfestigen, so können
daraus menschenverachtende Einstellungen entstehen.
Der Projekttag klärt über die Politik und Strategien der organisierten Rechten auf und zeigt, wie diese versuchen,
Jugendliche zu beeinflussen. Es wird gezeigt, dass überall dort, wo organisierte Rechte an Einfluss gewinnen,
letztlich alle Betroffene von Bedrohung und Angriffen werden können, die sich dem Anpassungsdruck nicht fügen.
Der Projekttag zeigt, dass nur ein Leben in einer offenen und menschlichen Gesellschaft freie Entfaltung ermöglicht.
Dafür ist es notwendig, Möglichkeiten couragierten Handelns zu kennen.
Diese können im Projekttag ausprobiert werden und es wird gezeigt, wie alle Menschen Verantwortung übernehmen können.
NETZWERK FÜR DEMOKRATIE UND COURAGE
Vergleich zwischen den Radiotypen
Was macht uns als freies Radio aus?
Mit Steffen Käthner RUM Marburg
Als Besonderheiten von FREIEM Radio fallen der politische Anspruch, die selbstorganisierte Struktur, der
niedrigschwellige Zugang zum Mitmachen oder die nichtprofessionelle Arbeitsweise auf. Doch entscheidend ist im
Radio natürlich das hörbare Programm. Und welche Besonderheiten haben FREIE Radios da zu bieten? Sie schaffen
Öffentlichkeit für besondere Musik aller Art oder für das interkulturelle Zentrum aus der Nachbarstadt, doch wir
wollen in diesem Workshop einen Blick auf die politisch-informativen Programmteile werfen: Was ist Ziel und Funktion
der Politiksendungen im Freien Radio und wie lässt sich das hörbar umsetzen? Wie können wir - mit begrenzten Mitteln
- überhaupt Hintergründe vermitteln? Was lässt sich dabei von den öffentlich-rechtlichen Infoprogrammen lernen und
wo unterscheiden sich unsere Ansprüche?
Abend-Veranstaltung: Pulsar Brasil
Als besonderes Schmankerl erwarten wir - wie schon letztes Jahr - zwei Gäste von AMARC-ALC (Asociación Mundial de Radios
Comunitarias América Latina y el Caribe) aus Rio de Janeiro. Die Nachrichtenagentur Pulsar Brasil stellt geschriebene
Nachrichten und kleine Audioschnipsel via Internet anderen freien und kommunitären Radios zur Verfügung. Zwei
Mitarbeiterinnen von Pulsar Brasil stellen ihre Arbeitsweise und die Pros und Contras vor. Wie sind die rádios
comunitárias in Brasilien vernetzt? Welches sind die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten beim Austausch und der
Verbreitung von Radiobeiträgen in Deutschland und Brasilien?

Workshops Freitag 18. Mai
Kreatives Schreiben für's Radio
Mit Joël Adami
"Unterhaltungsformate" wie Hörspiele, Glossen oder Satiren spielen in freien Radios oft eine untergeordnete Rolle.
Nicht nur die Produktion ist aufwändig: der Text muss ja erst einmal geschrieben werden. Natürlich eignet sich nicht
jeder Text für ein Hörspiel oder einen ähnlichen Beitrag im Radio. Das sind scheinbar hohe Hürden, die zu
Schreibblockaden führen. Und die führen letztendlich dazu, dass das "Projekt Hörspiel" wieder in der Schublade
verschwindet. Dabei wären doch gerade im freien Radio der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt!
Im Workshop wollen wir Erfahrungen austauschen, Kreativtechniken ausprobieren, Schreibblockaden überwinden und
einen Plot aufbauen. Als Krönung werden wir versuchen, ein eigenes Hörspiel zu schreiben und nach Möglichkeit auch
zu produzieren. Schreiberfahrung ist nicht nötig; ein Ziel des Workshops ist es, Berührungsängste abzubauen.
Warum selber sprechen?
Mit Anja Kohfeldte
Dass Musik und Geräusche am Rechner erzeugt werden können, sollte bekannt sein. Aber auch Sprache, Sätze oder ganze
Gespräche können am Rechner generiert werden. Wie das funktioniert, was für Möglichkeiten Sprachsynthese eröffnet und
wie weit die Technik dabei mittlerweile fortgeschritten ist, soll in diesem Workshop behandelt werden.
Rassismus auf gut Deutsch
zu rassistischen sprachhandlungen
mit lann hornscheidt
rassismus auf gut deutsch: wie sprache rassistisch ist sprache ist ein wichtiges instrument zur schaffung von
wirklichkeit. da wirklichkeit stark rassistisch ist, tragen auch sprachhandlungen dazu bei. dies kann die benutzung
einzelner wörter sein, nachfragen an ein gegenüber, nicht-reden in diskriminierungssituationen, sprachliche
argumentationsmuster und vieles mehr. in dem workshop werde ich verschiedene rassistische sprachhandlungen
vorstellen, und wir werden durch diskussionen, unterschiedliche übungen und rollenspiele versuchen verschiedene
ebenen von rassismus und sprache zu verstehen. in einem zweiten schritt werden wir dann unterschiedliche formen von
interventionen in rassismus ausprobieren und auswerten: wann schweige ich besser, was sind grundsätze eines handelns
gegen rassismus, wie kann ich argumentieren und welche rolle spielt meine eigene diskriminierung/privilegierung?
der workshop basiert auf den texten in rassismus auf gut deutsch, welches bei mir für den halben ladenpreis (20 euro)
erworben werden kann. Bitte eine email an h2188e6o@cms.hu-berlin.de senden.
lann hornscheidt, prof_essorin für gender studies und sprachanalyse an der humboldt-universität berlin;
Kreatives Gestalten mit O-Tönen im Jugendradio!
Mit JugendradioFM
Eines der Probleme beim Erstellen von Radiobeiträgen ist: Wie soll ich so viel, so spannendes, so
interessantes im Radio packend erzählen? Womit anfangen, wie die O-Töne einsetzen?
Der Workshop richtet sich an Jugendliche Radioredakteure/innen, die bereits erste Erfahrungen in Sachen aktives
Radio machen gesammelt haben. Der Workshop bietet die Möglichkeit auf diese Erfahrungen aufzubauen und kreativ mit
gesammelten O-Tönen umzugehen.
Wir trainieren (fast) alles, was ein Reporter mit O-Tönen machen kann.
Abend-Veranstaltung: Was ist der NSU?
Die politischen Ziele von Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden
mit Gewalt, Terror, Mord und Vernichtung. Dass die staatlichen Behörden
die Existenz der Neonazi-Terrorgruppe "Nationalsozialistischer
Untergrund" (NSU) jahrelang nicht aufgedeckt - teilweise sogar gedeckt
- haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen
Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr
gewalttätiges Potenzial ausmacht.
Die Veranstaltung wird versuchen, auf einige der vielen offenen Fragen
rund um den Komplex "NSU" Antworten zu geben. Die Rolle der
Geheimdienste und anderer staatlicher Behörden sowie die
Berichterstattung der Medien werden insbesondere Themen des Abends sein;
vor allem die Schwierigkeit antifaschistischer Gruppen und Medien, die
Fülle von Informationen zu verarbeiten und zu bewerten.
Was stimmt? Was ist belegt? Von welchem Szenerio müssen wir ausgehen?
Der Referent ist MitarbeiterInnen des apabiz Berlin.
antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v. (apabiz)
Das apabiz hat diesen Vortrag in Kooperation mit anderen antifaschistischen Projekten erarbeitet

Workshops Samstag 19. Mai
Interviews FUEHREN
Mit Andreas Klug RDL Freiburg
Gute Interviews sind keine Zufallsprodukte sondern gezielt vorbereitete, inszenierte Dialoge, im Mittelpunkt stehen
die Antworten des/der Interviewpartner_in. Im Workshop geht es darum, ein Interview vorzubereiten, bei dem es Spaß
macht zuzuhören, bei dem der Verlauf spannend ist und die Antworten aufschlussreich sind. Mit "echten
Interview-Partner_innen" entstehen kleine Produktionen, die aktuelle Themen aufgreifen und auf den Punkt bringen.
Aufnahmen bearbeiten mit *Audacity*
Mit Heike Demmel
Radio Z aus Nürnberg
Das digitale Schnittprogramm Audacity wird mittlerweile in vielen Freien Radios eingesetzt. Doch mit wenig
Aufwand ließe sich die technische Qualität vieler Beiträge verbessern und die Produktion einfacher und angenehmer
gestalten.
Wie gestalte ich schlechte Aufnahmen ohrenfreundlicher und verständlicher? Wie strukturiere ich große Radioprojekte?
Entrauschen, /Auto/-/Duck/-/Fade, normalisieren sind hierfür nur einige Hilfsmittel.
Der Workshop wirft einen Blick auf entsprechende Funktionen des Tonbearbeitungsprogramms Audacity und nützliche
Arbeitsweisen. Er richtet sich an RadiomacherInnen, die Audacity schon etwas kennen.
'Es geht doch nur um gute Musik!'
Mit Katja Roeckel
Radio Blau Leipzigg
Musik im freien Radio spaltet oft die Geister: die einen wollen am liebsten nur ihre Lieblingsmusik hören und diese
möglichst subjektiv kommentiert im Radio spielen, andere betrachten Musik als nützliches Beiwerk ihrer informativen
Wortbeiträge. Natürlich gibt es auch einiges dazwischen, deshalb soll es in diesem Workshop ganz praktisch um den
Einsatz von Musik im Radio gehen.
Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf den beiden Punkten 'Musik als Gestaltungsmittel' und 'als Sendeelement'.
Es gibt aber auch Raum für inhaltliche Auseinandersetzung zu ganz "banalen" Fragen wie: "Wie komme ich an neue
Musik?" oder auch ganz praktisch: "wie mache ich ein Interview mit einer Musikerin/einem Musiker?".
Ökonomische Theorie in der Krise
Mit Christoph Ernst
Eine Einführung in die großen Wirtschaftstheorien
Wurde die Finanzkrise in den USA von gierigen Bankern verursacht oder ist sie das Ergebnis einer tieferliegenden Krise
des Kapitalismus? Ist für die anschließende europäische Schuldenkrise in Europa die Faulheit "der Griechen" oder die
wirtschaftliche Macht Deutschlands verantwortlich? Und markiert die Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise der
letzten Jahre auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftstheorie? Wie solche Fragen beantwortet und ob sie überhaupt
gestellt werden können, hängt von den ökonomischen Theorien ab, mit denen die Krise beleuchtet wird.
In dem Workshop sollen die Grundlagen der großen Wirtschaftstheorien vorgestellt und gemeinsam reflektiert werden:
Liberalismus und Neo-Liberalismus, Institutionalismus/ Keynesianismus und Marxismus. Es soll dabei jedoch nicht
abstrakte Theorievermittlung betrieben werden. Stattdessen wird es darum gehen, ausgehend von den Fragen der
TeilnehmerInnen die Theorien und ihre praktische Wirkung in Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen. Grundlage
der Untersuchung der Theorien bildet dabei die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise.
Referent: Christoph Ernst hat u.a. politische Ökonomie studiert und arbeitet in unterschiedlichen Kontexten der
politischen Bildung zu ökonomischen Themen (unter anderem in der AG PolÖk, mit der er im Oktober 2011 die Broschüre
"Bildung zu Kapitalismus und Kapitalismuskritik" veröffentlicht hat).
Der Workshop ist gefördert durch:

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