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Workshops Donnerstag 8. Juni
On air - Einführungskurs
Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe
Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließen seit ihr natürlich noch keine perfekten RadiojournalistInne,
aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten
und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.
Reden ist Gold! Sprechtraining
Mit Anna Führ Dresden
Wir machen freies Radio. On air sprechen wir über Themen, die uns geradezu unter den Nägeln brennen. Die wir selbst recherchieren, gewichten und verbreiten. Natürlich so professionell wie`s eben geht.
Aber betone ich richtig? Nuschel ich etwa Dialekt? Ich glaube ich lispel und klinge wie Ulrich Wickert beim Zahnarzt...
Unsere eigenen Ängste verstopfen oft den Raum zwischen Mund und Mikrophon. Während die Moderatoren bei Viva und Deutschlandradio wöchentlich mit einem Sprechtrainer ihren S-Fehler bearbeiten, müssen wir unsere Mundmuskeln selbst trainieren.
Auf was man achten kann, wie man vor der Sendung lockerer wird, wo eure Schwächen liegen, und ob die überhaupt stören oder gerade das gewisse Extra ausmachen, darum geht`s. Den eigenen Sprechstil-und Rhythmus zu finden ist nicht so schwer, aber leichter mit etwas feed-back. Und das machen wir zusammen. Bringt eigene Texte mit, an denen ihr euch die Zunge verknotet habt, den Mund fusselig geredet oder euch ins Skript verbissen habt.
Theoriegeschichte des Radios
Mit Ole Frahm / Torsten Michaelsen Freies Senderkombinat (FSK) Hamburg
Eine Theoriegeschichte fehlt der Radiopraxis zumeist. Wie ist entstanden, dass wir so über das Radio sprechen, wie wir über das Radio sprechen? Wie stellt die Rede erst ein bestimmtes Radio her? Welche anderen Radios könnte es geben? Das Seminar wird erste Antworten geben und zum Weiterfragen anregen. Ausgehend von Wolfgang Hagens jüngst erschienenem Buch Radio wollen wir eine Theoriegeschichte des Radios zu diskutieren. Dabei gerät sehr unterschiedliches Material in den Blick. Das für die deutsche Hörspielästhetik der 50er Jahre maßgebliche Buch Horoskop des Hörspiels von dem Nazi Richard Kolb (1932) wirkt beispielsweise in Ästhetiken freien Radios bis heute nach. War of the Worlds von Orson Welles, eine Sendung, die angeblich eine Massenpanik auslöste, weil die HörerInnen glaubten, Aliens seien auf der Erde gelandet, öffnet mitsamt der US-amerikanischen Radiotradition einen ganz anderen Blick auf das Medium.
„Lass es uns doch mal so versuchen!“
Experimente am Radio
Mit Jörg Köppl
Lora Zürich
Experimentelles Radio heisst ja nur, etwas auszuprobieren, statt auf Bewährtes zurückzugreifen. Das Experiment muss nicht gelingen – es erzählt uns trotzdem etwas. Es kann die unausgesprochenen Erwartungen an das Medium befragen und so verdeutlichen, in welchen Zusammenhängen es steht. Umgekehrt führt eine eigenwillige Interpretation der Zusammenhänge zu neuen Versuchen.
Nach einem geschichtlichen Überblick, werden wir uns Beispiele aus den verschiedenen experimentellen Schienen von Radio Lora Zürich anhören uns diskutieren. In einem zweiten Teil entwickeln die SeminarteilnehmerInnen eigene Versuchsanordnungen, die wir in der Gruppe besprechen werden.
Die "A&F Handreichungen"
Buchvorstellung
Udo Israel, Andreas Reimann, Ariane Zeuner
Halle/Freiburg
Die «A&F Handreichungen» entstanden im kollektiven Prozess einer AutorInnengruppe, deren Mitglieder alle aus dem Umfeld der Freien Radios stammen. Die Idee wurde bei einem Arbeitstreffen zur Aus- und Fortbildung in Freien Radios und NKL im Spätsommer 2002 geboren und im folgenden Jahr vertieft, wo auch die Themenauswahl stattfand. Viele Gedanken und Ideen dieses regen Austausches innerhalb der Freien Radioszene sind in die «A&F Handreichungen» eingegangen.
November 2005 ist das Buch erschienen. Ein Großteil der Freien Radios und NKL hat ein kostenloses Exemplar vom Bildungszentrum Bürgermedien erhalten.
Im ersten Teil des Buchs werden Fragen zur Organisation von Aus- und Fortbildung (u.a. Seminargestaltung, Umgang mit Lernenden, Hinweise zu medienpädagogischen Radioprojekten) behandelt. Der zweite Teil bietet einen Themenbaukasten zum Sendungen fahren und zu akustischem Gestalten. Umrissen werden aber auch Fragen der Vermittlung, des Hörens, zu Stimme und Sprechen, sowie zu Gender. Jedes Thema beinhaltet eine Sammlung von 10 Aktivitäten, die in unterschiedliche Workshops eingebunden werden können. Das Buch richtet sich nicht nur an Aktive im Bereich A&F (oder solche die es werden wollen), sondern allgemein an Radiomachende.
Wir werden am Freitagabend das Buch für alle Interessierte vorstellen.
Zwei Workshops sind für Donnerstag und Freitag vorgesehen: Im ersten
wollen wir mögliche Anwendungen des Buchs (u.a. Seminargestaltung) vorstellen
und diskutieren, im zweiten Workshop werden einzelne Aktivitäten konkret
in bestimmten Workshopsituationen (z.B. Einführungen) ausprobiert.
Nähere Infos zum Buch
Abendveranstaltung:
Freies Radio in der Digitalen Medienwelt
Vortrag und Diskussion: Freies Radio zwischen Podcast und Handy-TV
Mit NG Querfunk Karlsruhe
Workshops Freitag 9. Juni
Fang das Ohr!
Jingle-Workshop fürs Freie Radio
Mit Tini Hinderer
FSK Hamburg
Bekanntlich liegt die Würze in der Kürze. Wer Inspiration sucht
für kurze aber ansprechende und einprägsame Sendungsjingles,
Radio- und Veranstaltungtrailer, ist bei diesem Workshop bestens aufgehoben.
Ausgehend vom Trailer-Zweck entwickelst du das passende Drehbuch, spähst
nach den richtigen Sounds und arrangierst das ganze mit digitaler oder
analoger Schnitttechnik zum Jingle-Kracher.
Mach das Radio zum Earcatcher!
Willkommen sind alle, die über etwas Radioerfahrung verfügen
und die sich am besten bereits ein wenig mit digitalem Audioschnitt (Audacity)
beschäftigt haben.
Community Radios Alternative Medien im Südlichen Afrika
Mit Robert Heinz
Freie Radio Initiative Konstanz / Radio Wellenbrecher
Seit der Unabhängigkeit aller Länder im Südlichen Afrika und dem Ende der Apartheid werden die früher gehegten Hoffnungen auf eine größere Medienvielfalt regelmäßig enttäuscht. Wo nicht Zensur und Staatsbesitz eine kritische und pluralistische Medienlandschaft verhindern, bilden sich große Medienkonglomerate unter Ägide globaler Konzerne. Besonders im Fall des Radios, bis heute das wichtigste Massenmedium in den meisten afrikanischen Ländern, zeigt sich, daß die früher beschworene "De-Regulierung" eher als "Re-Regulierung" verstanden werden muss. Die Alternative: "Community Radios", lokal begrenzte Rundfunksender, die eine religiös, institutionell oder kulturell definierte "community" bedienen. Hörer sollen hier – wie im Freien Radio – zu Produzenten werden; Community Radios sollen Themen aufgreifen, die in den Mainstreammedien nicht vorkommen. Ihre politische Funktion wird hoch eingeschätzt. Im Workshop wird die spezielle Problematik der Medien im südlichen Afrika dargestellt und anhand von Beispielen das Konzept der "Community Radios" sowie die Ähnlichkeiten und Unterschiede von "Community Radio" und Freiem Radio erläutert.
Audiobearbeitung mit Audacity
Mit Heike Demmel Radio Z aus Nürnberg
Töne und Freie Software, Audiobearbeitung und Linux: das war lange Zeit kein gutes Gespann, fehlte doch - gerade für Radioleute - ein taugliches Schnittprogramm. Doch mit Audacity gibt es nun ein Audiobearbeitungs-Programm für den Radioalltag. Gerade für Freie Medien liegt es nahe, auf Freie Software und das Open-Source-Betriebssystem Linux umzusteigen – und immer mehr Freie Radios überlegen diesen Schritt oder haben bereits umgesattelt.
In die neueste Version 1.3 von Audacity sind viele Anregungen aus der Radioszene eingeflossen. Und: Das Programm ist plattformübergreifend, läuft also nicht nur unter Linux, sondern auch auf anderen Betriebssystemen.
Im Workshop lernen wir Audacity an praktischen Beispielen kennen und werfen einen Blick auf die neuesten Features.
Kleine Geräte fürs Radiomachen selber herstellen
z.B. Mikroverstärker selber löten
Mit Sebastian Benoit Radio RUM Marburg
Musikworkshop
I can't relaxe in Deutschland: Eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von
Popkultur und Nation
Lange Zeit schienen die Produkte der Popkultur der
ausgemachte Gegensatz zur etablierten deutschen
Kultur. Die besonders nach dem 2. Weltkrieg durch die
westlichen Befreier importierten Rhythmen und
Lebensstile galten den Deutschen als Schund, der die
Jugend aufstachelte. Doch dies sollte nicht so
bleiben. Seit Jahren lässt sich beobachten wie sich
Pop in der Bundesrepublik vom verdächtigten
amerikanischen oder englischen Schmuddelkram weg und
hin zum Stifter zeitgemäßer nationaler Identität
entwickelte, die dem bzw. der Einzelnen Identifikation
mit und Unterordnung unter die als ewige Gemeinschaft
halluzinierte Nation gerade ohne Wagner und
Marschmusik eingeimpft wird. Pop, der in der
Geschichte stets eher die Sehnsucht verkörperte, aus
gesellschaftlichen Zwängen auszubrechen, ist selbst
ein Instrument des Konformitätsdruckes geworden. Der
Workshop bietet die Möglichkeit, sich mit diesem
Widerspruch auseinanderzusetzen. Als Einstieg dient
ein Referat zur Nationalisierung der Popkultur. Im
Anschluss soll anhand von Texten diskutiert werden,
wie diese Entwicklung zu Stande gekommen ist, welche
Vorurteile und Ideologien darin wirken und nicht
zuletzt auch, welchen gesellschaftlichen Verhältnissen
diese Entwicklung entspringt und dienlich ist.
Workshops Samstag 10. Juni
Interventionistisches Live-Radio
Mit Torsten Michaelsen / Ole Frahm
FSK Hamburg
Es gibt eine lange Tradition der Live-Reportage in freien Radios. Seit dem berühmten Anruf bei Radio Alice in Bologna aus einer besetzten Schule stellt sich für freie Radios die Frage, wie mit dem Live-Charakter des Mediums umzugehen ist. Die meisten Formate nicht nur im freien Radio versuchen diese Frage zu ignorieren. Live-Demoberichterstattungen geben eine Antwort, die sich zumeist darin erschöpft, zu berichten, wo sich der Protestzug gerade befindet. Die Ausstrahlung der Berichte durch das Radio selbst gerät nicht immer in den Blick. Der Workshop will genau dort ansetzen: Wie läßt sich die Rezeptionssituation in den Live-Bericht so einbeziehen, dass dieser nicht nur über ein Geschehen berichtet, sondern in dieses Geschehen interveniert?
Effekte oder Effekthascherei
Mit Andreas Klug Radio Dreyeckland Freiburg
Das ist oft eine Gratwanderung. Wer Jingles oder Hörspiele produziert wird allerdings kaum ohne Griff ins Effektregal auskommen: Die Wassertropfen in einer Tropfsteinhöhle müssen an den Wänden widerhallen, ein Dialog klingt im Wohnzimmer anders als in der gekachelten Küche. Akustische Räume lassen sich nachbilden, Geräusche verfremden, Frequenzgänge korrigieren. Solche Manipulationen erfolgen entweder mit Effektgeräten oder im Schnittprogramm. Ein Blick in die Welt der Kompressoren und Limiter, Expander und Halleffekte. Zum Einsatz kommt das Audiobearbeitungsprogramm Audacity.
Parallelgesellschaften – wie in Medien über MigrantInnen gesprochen wird und wie das in Freien Radios anders gemacht werden kann.
Mit Andreas Linder Projektkoordinator Inter.Media www.intermedia-online.org
Ausländer wollen sich in Deutschland nicht integrieren. Die Migranten bilden Parallelgesellschaften. Die Multi-Kulti-Ideologie ist gescheitert. Integration ist keine Einbahnstrasse. Muslime wollen Demokratie und Grundgesetz nicht akzeptieren. Die illegale Migration muss bekämpft werden. Wir sind nicht das Sozialamt der Welt. Intifada in Eurabia. Der Kampf der Kulturen ist in vollem Gang. Wir brauchen mehr Migranten, die uns nützen und weniger, die uns ausnützen.
Solche (auf ihre Plattheit verkürzten) Wahrheiten werden zwar von der
Politik erzeugt, von Medien aber erst salonfähig gemacht und unters Volk
gebracht. In diesem Workshop wollen wir an konkreten Beispielen analysieren,
wie Medien (kritisch oder unkritisch) auf herrschende Diskurse reagieren
oder diese selbst erzeugen. Dabei schauen wir uns auch Beiträge Freier
Radios an. Der Workshop richtet sich an RedakteurInnen in Freien Radios,
die zu gesellschaftlichen Themen aus Politik, Kultur und Alltag arbeiten
und in ihren Beiträgen rassistische und kulturalistische Stereotype vermeiden
wollen.
Campradio -live- (für Jugendliche)
Mit Katja Röckel Radio-Blau Leipzig
In diesem Jahr gehört der Abschlussabend euch und eurer Sendung! Auch in diesem Jahr wird es wieder Unmengen von Radiobeiträgen geben, die gespielt werden wollen. Nun ist es an euch diese zu präsentieren und zwar live vor dem ganzen Camp! In dem zur Sendung gehörenden Workshop werden also Jinglebastlerinnen , Moderatoren, Technikerinnen und sonstige Radioaktive gesucht (egal ob mit viel oder wenig Erfahrung), die Lust darauf haben aus dieser „letzten“ Sendung des Radiocamps 2006 etwas ganz besonderes zu machen.
Zip-FM:
Vier Mal die Woche deutschsprachiges Info
offenes Redaktions-Treffen
"Heute keine Infosendung" schallte es lange Zeit regelmäßig aus dem
Radio auf den Frequenzen der Freien Radios. Zu wenig Leute, zu viel
Stress, zu anstrengend... Deshalb entstand die ?Zusammenarbeit der Info-
und Politiksendungen der Freien Medien? (kurz: zip-fm) des
deutschsprachigen Raumes. Und inzwischen ist in vielen Radios wieder 4
Mal die Woche ein Info zu hören.
Doch weil die RedakteurInnen des Infomagazins überall im
deutschsprachigen Raum verteilt sind, wird viel über mails etc. geklärt.
Trotzdem sind face-to-face-Treffen sind unabdingbar, deshalb muss bei
einem großen Radiotreffen wie dem Radiocamp am Bodensee, wo eben viele
der RedakteurInnen versammelt sind, die Gelegenheit für ein Plenum
genutzt werden. Vorallem ist es hier möglich, die zip-fm-Gruppe zu
vergrößern: denn eins sollten wir verhindern: dass auch dieses Info
wegen zu wenig Leuten, zu viel Stress - und dadurch zu anstrengend -
irgendwann nicht mehr zu hören ist. Also: dieses Treffen sollte von
allen Interessierten genutzt werden, zur zip-fm-Redaktion dazuzustoßen!
Zip-FM Homepage
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