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Freitag 13.05.05
On air - Einführungskurs
Mit Timo Stadler von Querfunk Karlsruhe
Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließen seit ihr natürlich noch keine perfekten RadiojournalistInne,
aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten
und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.
Moderation und Sendungsgestaltung
Mit Benji Gross und André Schibli von der Radioschule Klipp und Klang Zürich
Der Workshop bietet eine Einführung in die Moderation. Besonderes Ohrenmerk legen wir auf den Bogen durch die Sendung. Die Aufgabe der Moderation ist es, die HörerInnen durch die Sendung zu begleiten. So ist es wichtig, die unterschiedlichen Inhalte einer Magazinsendung miteinander zu verknüpfen. Das baut einen Spannungsbogen auf, der die HörerInnen von Beitrag zu Beitrag trägt. Wir stellen uns die Aufgabe, Beiträge angemessen zu "teasen" und die Inhalte clever über die Sendung zu verteilen - mit dem Ziel, die HörerInnenschaft angenehm durch die Sendung zu führen.
KIDS am Mikro!
Spacige Shortcuts
Mit Ute Abmayr, Theaterpädagogin, Referentin bei Radio mikro’welle,
Ulm
Für Kids von 8 bis 13 Jahren Wir beamen uns auf einen anderen Planeten.
Was da alles passiert, könnt ihr selbst erfinden. Die kleinen Geschichten
nehmen wir mit dem Mikrofon auf und schneiden sie dann im Computer. Am
Ende mischen wir noch Geräusche dazu und präsentieren unsere
Spacegeschichte am Abschlussabend. Bitte Lieblings CD mitbringen!
Radiotheorie - Revolutionstheorie
Mit Thorsten Michaelsen und Ole Frahm von FSK Hamburg
Es ist kein Geheimnis: Freie Radios sind einmal davon ausgegangen, mit dem Medium eine communistische Revolution voranzutreiben: Selbstorganisation, Aneignung, Räte, zweideutige und zwielichtige Parolen, die Wünsche sprechen lassen - all dies waren Ausgangspunkte für die Politik freier Radios. In der Diskussion von Texten der Situationistischen Internationale, Deleuze/Guattari und last but not least Brecht wollen wir diesen Anspruch aktualisieren.
Mehrsprachige Sendungsgestaltung
Mit Adriane Borger und Claudia Ackermann von Radio LoRa Zürich, Intermedia-Projekt
Freie Radios sind vielsprachig - doch meistens werden die verschiedenen,Sprachen
nebeneinander, nicht miteinander gebraucht. In diesem Kurs werden Methoden
zwei- und mehrsprachiger Programmgestaltung vorgestellt und ausprobiert.
Ausserdem geht es um die Frage, in welcher Situation und für welches
Zielpublikum mehrsprachige Sendeformen sinnvoll sein können.
Freitag abend
Diskussionsveranstaltung:
"Freie Medien in Europa"
Braucht es einen europäischen Verband
- mit welchen Zielen?
Samstag 14.05.05
Radio als Experiment
Mit Sven Thiermann aus Berlin
Radiobezogene Kommunikationstheorie sieht sich oft mit dem seltsamen
Verhältnis von Verteilung und Ubiquität des Radios konfrontiert. Neben
den klassischen und rezeptionsfixierten (aber keineswegs schlechten)
Nutzungen des Radios sollen in diesem Workshop die Möglichkeiten einer
vor allem technisch variierten, aufgebohrten Nutzung vorgestellt und
erprobt werden. Mobile Minisender, Empfangsrelays und Internetknoten
sind dabei die möglichen Eckpunkte einer technischen Aneignung des
Mediums, die gerade auf eine künstlerische Nutzung zu warten scheint.
Zur Vorbereitung bitte folgende Links ansehen:
colomar.com/Shavano/patchbox.html
llbest.com/PassiveMixer.htm
anarchy.k2.tku.ac.jp/radio/micro/index.html
Radio für die "Volksgemeinschaft"
Mit Robert Heinze aus Konstanz
Der Rundfunk im Dritten Reich zeichnet sich durch ein subtiles Unterhaltungskonzept
aus, mit dem eine "Volksgemeinschaft" konstruiert werden
sollte, die Verbindung der Heimat zur Front im "Wunschkonzert für
die Wehrmacht" gewährleistet und nationalsozialistische Propaganda
über Schlager und bestimmte Sendeformate transportiert wurde. Über
SD-Berichte wurden regelmäßig Hörermeinungen befragt und
das Programm danach ausgerichtet. Im Workshop wollen wir die Konstruktion
der "Volksgemeinschaft" im Radio und ihren Erfolg bei den
Hörern anhand eines NS-Propagandafilms, "Wunschkonzert"
und einiger Tonbeispiele untersuchen.
Markelfingen FM - Campradio für Jugendliche
Mit Katja Röckel von Radio Blau Leipzig
Bei der Arbeit an diesem Hörspiel soll viel Platz zum Experimentieren
sein. Was kann ich mit einem Interview machen? Was mit einer Soundcollage,
einer Reportage usw....? Thema ist, was Euch gefällt. Gemeinsam werden
wir den Spannungsbogen unserer Geschichte erarbeiten. Und unser Ziel ist
es am Ende einen Teil Bodensee-Camp hörbar und anhörbar zu machen. Wer
schon coole Geräusche, Musik, O-Töne oder sonstiges gesammelt hat – bitte
mitbringen!
Audiobearbeitung mit Audacity
Mit Andreas Klug von Radio Dreyeckland Freiburg
Freie Medien und Freie Software gehören eigentlich wie selbstverständlich
zueinander – bislang "krankte" die Umstellung zum Open-Source-Betriebssystem
Linux noch daran, dass kein taugliches Audiobearbeitungs-Programm zur
Verfügung stand.
Im Workshop lernen wir Audacity in der aktuellen (bereits durchaus brauchbaren!) Version kennen: Der Open-Source-Editor steht bereits heute für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Darüberhinaus wird eine aktuelle Entwicklerversion vorgestellt im Vorgriff auf die Version 1.4, die voraussichtlich ab Herbst verfügbar sein wird.
Informationen zu: Audacity
Reader zum Schnittprogramm bei Mediensyndikat
Rassismus in den (freien?) Medien
Mit Andreas Linder aus Tübingen, Intermedia-Projekt
hfufuzMedien gelten als die vierte Macht im Staat. In den vergangenen
Jahren haben sie einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung rassistischer
Denk- und Handlungsweisen geleistet. Auf die Asyldebatte Anfang der 90er-Jahre
folgte die kaum hinterfragte Abschiebe-Ära Kanther-Kohl, die Highlights
der Phase der rotgrünen Regierung sind die Debatten um Staatsbürgerschaftsrecht,
Zuwanderungsgesetz und das Verhältnis zwischen Christentum und Islam
nach „9-11“. Doch hat sich vielleicht am medialen Diskurs
über Einwanderung, Asyl und auch Neofaschismus etwas geändert,
weil sich in der Gesellschaft etwas geändert hat? Nach welcher (Macht-)Logik
funktionieren Medien und in welcher Situation haben sie welchen Interessen
das Wort geredet? Und was ist mit den freien Medien? Sind diese frei von
Rassismen und deren sprachlicher Formen, weil sie nicht den Interessen
der politisch Herrschenden folgen müssen?
Sonntag 15.05.05
ACCESS 4 ALL?
Das Radio als Ort der interkulturellen Begegnung
und Kommunikation
Mit Angela Isphording und Beate Flechtker, Inter.Media-Projekt
Freie Radios verstehen sich als offen zugängliche Medien –
besonders für sozial benachteiligte Menschen. Sie verstehen sich
als Orte der interkulturellen Begegnung und Kommunikation. Die Realität
sieht aber meist anders aus. In verschiedenen Übungen und Rollenspielen
stellen wir Situationen des Radioalltags nach. Wir schauen, wo und wie
Begegnung und Kommunikation schieflaufen, reflektieren über Hindernisse
und kulturelle Dimensionen der Kommunikation, um dann zu überlegen,
wie wir uns und das Radio für die "andere Welt" öffnen.
Über eine Teilnahme von MigrantInnen würden wir uns sehr freuen.
Arbeitsweltradio
ReferentIn noch nicht bekannt.
In vielen Freien Radios gibt es Sendungen, die von GewerkschaftlerInnen
oder nicht organisierte KollegInnen gestaltet werden. Dabei wird nicht
nur über die letzte Tarifverhandlung berichtet, sondern vielschichtig
über die Arbeitswelt reflektiert.
Der Workshop soll nicht nur dem Erfahrungsaustausch dienen, sondern auch
motivieren weitere Arbeitsweltredaktionen aufzubauen.
Gender-bending hörbar machen
oder ass-kicking identity im Radio
Mit Dagmar Brunow vom FSK Hamburg
Frau/MigrantIn/SchwuLesBiTrans senden wir, um der eigenen Community eine
Stimme zu verschaffen. Was aber, wenn sich herausstellt, dass es die "eigene
Community" als Einheit gar nicht gibt? Dieser Workshop will sich
damit auseinandersetzen, wie wir Radio machen können, das sich nicht
als Sprachrohr einer identitären Gruppe versteht. Wie können
wir in unseren Sendungen Auffassungen von Gender, Sexualität und
Ethnizität hinterfragen?
Hörbeispiele erwünscht!
Zur Vorbereitung:
Female Machos: "Gender-bending hörbar machen" in TESTCARD #10: Zukunftsmusik
Text als PDF:
S. 1
S. 2
S. 3
S. 4
S. 5
S. 6
S. 7
BEFINDLICHKEITEN POST 9-11
Mit Martin Büsser von der Redaktion testcard
Neuer Antiamerikanismus in Deutschland, Debatten um die Radioquote und
Pop-Innerlichkeit. Auf der anderen Seite eine massive Wiederbelebung des
Undergrounds in den USA. Der Workshop geht anhand von Text- und Musikmaterial
der Frage nach, wie sich das Verhältnis von Pop und Politik diesseits
und jenseits des Ozeans seit dem 11. September und dessen Folgen verändert
hat.
Courage:
Rechtsextremismus? Nicht mit uns!
Mit MitarbeiterInnen des Netzwerks Demokratie und Courage
Stell dir vor, du könntest mit deinen Freunden einen Jugendclub nach
deinen Vorstellungen machen und mitbestimmen, was dort so abgehen soll,
welche Musik gespielt wird, was ihr gemeinsam unternehmt. Tolle Sache,
oder?
Was aber, wenn es da Leute gibt, denen genau das nicht gefällt, die dir
vorschreiben wollen, welcher Style erlaubt ist und welcher nicht, die
dir Gewalt androhen oder gar antun, wenn du dich anders kleidest, andere
Musik hörst oder eine andere Meinung hast?
In vielen Gegenden Deutschlands ist dies bereits Realität.
Der Projekttag "We are different" beschäftigt sich mit der Unterschiedlichkeit von Jugendkulturen, beleuchtet rechtsextreme Bestrebungen, die diese kulturelle Vielfalt unterdrücken und die Vorherrschaft für sich beanspruchen wollen. Und er zeigt Möglichkeiten auf, sich gegen solche Tendenzen zu wehren.
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